Meine Bücherhighlights im Juni

Ich hoffe, ihr hattet alle einen fabelhaften Pride Month! Der Monat fing für mich sehr chaotisch an und endete mit einer Reise ans Meer, die in mir sehr viel verändert hat. Am Sandstrand der Ostsee hatte ich außerdem genug Zeit für allerlei Bücher. Und tatsächlich waren fast alle so gut, dass ich euch davon erzählen möchte.

Der Funke zwischen uns von Aurelie König ist ein Genremix aus Historical und New Adult Romance. Spielend im Frankreich kurz vor der französischen Revolution, war das Buch genau das, was ich als historischer Nerd und New Adult Liebhaberin gesucht habe. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen. Zu meinem Glück wurden sie sogar übertroffen.

Aurelie König ist ein Autorinnenduo und die beiden haben es geschafft, das Beste aus beiden Genres in dieses Buch zu packen. Der Weltenbau war offensichtlich gut recherchiert und hat mir ein Bild gezaubert von Grenoble im 18. Jahrhundert. Teilweise habe ich sogar Neues dazu gelernt. Dazu fand ich die Charaktere zauberhaft. Jeanne ist schlafgertig und Alexandre von allem ein wenig überfordert, was meine Lieblingskombination ist. Aber der Damensalon war mein Highlight. Eine Gruppe schlauer Frauen, die hitzig über die Politik diskutieren? Bitte mehr! Ich bin so gespannt, was als nächstes von ihnen kommt.

Untold Love von Teresa Sporrer ist der letzte Teil ihrer Trilogie. Dieses Mal geht es um Charlotte, die Zwillingsschwester von Julian aus Unwritten Love, und dem ehemaligen KPop Idol Jae. So viele ernste Themen werden in dem Buch besprochen und trotzdem hat Teresa es geschafft, ihren üblichen Humor mit einzubringen. Selten hatte ich so viel Spaß dabei, Bücher zu lesen, während ich auch teilweise Tränen in den Augen hatte. Es war toll, die Paare aus den anderen Teilen weiterhin sehen zu dürfen. Sie werden mir alle fehlen. Und ich hoffe, dass alle Verlage sich bald endlich um Teresa reißen, denn sie hat es verdient.

Witch of the Shadow Wood von Tori Anne Martin ist ein sapphic Hänsel und Gretel Retelling. Hänsel lässt Gretel bei der Hexe im Wald zurück. Dort wird Gretel als Hexe ausgebildet und verliebt sich später in die Frau, die ausgerechnet Hänsel versprochen wird.

Ich erzähle euch ein Geheimnis: Ich bin sehr, sehr skeptisch, wenn Autor:innen aus den USA deutsche Märchen neu erzählen. Zu häufig habe ich nämlich erlebt, dass sie denken, sie müssten (schlecht recherchierte) deutsche Wörter einbringen, was die Geschichte komplett unlesbar für mich macht. Tori Anne Martin hat zum Glück davon abgelassen und aus einer Geschichte, die ich seit meiner Kindheit kenne, etwas komplett Neues gemacht. Die Liebesgeschichte von Miria und Adaline war anders, dadurch, dass sie schon von Anfang an ineinander verliebt waren. Trotzdem hat Tori Anne Martin es geschafft, mich in ihre Beziehung einzufühlen und für sie zu freuen. Es war lustig, spannend, und unfassbar bewegend. Ich dachte nie, dass ich mal Trauer für die Hexe in Hänsel und Gretel empfinde. Tja, here we are.

The Knight and the Moth von Rachel Gillig war für mich eine Überraschung, auch wenn sie es nicht hätte sein sollen. Ich liebte den eigenartigen Stil von One Dark Window und vieles davon findet sich auch in diesem Buch wieder. Der Weltenbau ist merkwürdig, der Schreibstil genauso, und fangen wir gar nicht erst von den Charakteren an.

Oder vielleicht doch. Sybil ist die perfekte Schülerin, obwohl sie jeden Tag mehrere Male ertränkt wird, und es ist so herzzereißend. Gleichzeitig ist sie aber auch nicht immer nett, sondern hat Spaß darin, einen Typen zu Boden zu ringen, einfach, weil sie genervt von ihm ist. An einer Stelle wird betont, dass sie muskulöse Arme hat, da sie seit fast zehn Jahren ebenso jeden Tag mit Hammer und Meißel arbeitet. Alle, die regelmäßig Romantasy lesen und damit abfinden müssen, dass die Protagonistinnen darin immer zärtlich und winzig sind, verstehen vermutlich, wieso ich an genau dieser Stelle gejubelt habe.

Rodrick ist eigentlich sehr ähnlich in seiner Basisausstattung als Love Interest. Muskulös, dunkle Haare, ein bisschen moralish grau. Aber Rachel Gillig hat ihn auf eine Art und Weise geschrieben, die genau für mich funktioniert. Sein Fokus auf Konsens, sein Glaube in Sybil, obwohl er ihre Religion verachtet, sein Respekt für ihre Stärke. Einfach… verdammt gut. Alle Charaktere in diesem Buch haben für mich funktioniert, aber wenn ich weitermache, wird dieses Ding hier endlos, und ich würde das hier gerne noch Anfang Juli posten.

I Am The Blade von Marie Graßhoff.

Punkt.

Der letzte Satz zu The Knight and The Moth passt hierzu genauso gut, denn ich könnte Stunden darüber schwärmen, wieso ich dieses Buch so liebe. Es kam einen Tag nach meinem Geburtstag an und ich habe es mir extra so eingeteilt, dass ich meinen Urlaub damit beende. Theoretisch war das der Plan, denn am Samstag konnte ich einfach nicht aufhören, zu lesen. Ich bin „erst“ seit ein paar Jahren Fan von Marie Graßhoff. Ich habe sie mit Spring Storm entdeckt, einer sapphic Dystopie Dilogie, und war damals schon absolut beeindruckt von ihrer Originalität, ihrem Schreibstil, und ihrer Art, offensichtliche Homages an andere Werke fantastisch einzubauen. Seitdem habe ich fast alle Bücher von ihr verschlungen und habe dieses Buch vorbestellt, bevor ich überhaupt den Klappentext gelesen habe. Der Weltenbau war so anders und doch irgendwie typisch Marie und der Schreibstil so packend. Seren als Protagonistin erinnert mich, während ich das hier so schreibe, tatsächlich ein wenig an Sybil aus The Knight and the Moth. Sie ist quasi Musterschülerin und würde alles dafür tun, von ihrer Mentorin Anerkennung zu erhalten. Sie ist auch seit sie sich erinnern kann Teil einer Organisation. Ihr dabei zuzusehen, wie alles, woran sie geglaubt hat, in Luft auflöst, war herzzereißend.

Ich hoffe, ihr habt die Hitzewille allesamt gut überstanden. Was war euer Lesehighlight im Juni?

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