Der September hat mich dieses Jahr ein wenig überrollt. Mit der Bestätigung eines neuen Jobs, einer fetten Erkältung, einem Handtattoo und der Lesung von Anabelle Stehl in Hannover, ging alles ziemlich drunter und drüber. Leider hat es mir nicht viel Zeit (und Energie) gegeben, viel zu lesen, aber ich habe trotzdem zwei Bücher absolut geliebt.
Moth Dark von Kika Hatzopoulou hatte ein ungewöhnliches Konzept und ein wunderschönes Cover. Zu meinem Glück war es auch noch fantastisch geschrieben. Mit einer pansexuellen Protagonistin und eine_m pangender Love Interest war es ein frischer Anblick in einem Buchgenre, das noch immer geprägt ist von Heteronormativität und Cisnormativität. Jedes Buch mit Diversität, dem eine Chance gegeben wird, öffnet die Tore ein Stück weiter für uns alle.
Und dann war auch noch die Prämisse verdammt cool. Ich habe dieses Buch einen Tag vor meinem Nachtfaltertattoo beendet, weswegen ich die Idee göttlicher Nachtfalter noch mehr zu schätzen wusste. Das Buch beschäftigt sich auf die beste Art mit Kolonialismus, Klimawandel und der Kriegsbesessenheit unserer Regierungen. So viele mehr sollten es lesen.
Genauso wie das Buch Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten von Alice Haster. Nicht viel in diesem Buch war wirklich neu für mich, aber die Offenheit, mehr der manche Menschen ihre Rassismen raushauen, war es schon. Ich bin in kleineren Orten aufgewachsen, also natürlich habe ich casual racism meiner Mitmenschen erlebt, aber es war weniger … offensichtlich ekelhaft wie die Nutzung des N-Worts oder das ungefragte Anfassen von Afros. War es besser? Natürlich nicht. Aber ich bin tatsächlich in der Naivität aufgewachsen, dass sich Leute schämen, rassistisch zu sein, und nicht so offensichtlich sein wollen. Meine Fresse.
Es gibt eine Milliarde Artikel von Weißen, die realisieren, dass Rassismus echt ist, also werde ich nicht dazu beitragen. Aber ich möchte allen empfehlen, dass sie dieses Buch lesen, und ihr Ego dabei an der Tür abstellen. Es ist nicht schön, mit den eigenen, angelernten Rassismen konfrontiert zu werden, aber nur so können wir endlich etwas ändern.
Der Oktober wird vergleichsweise entspannt, und ich bin gespannt, welche Bücher mir die Tage bis Halloween verzaubern werden. Ich hoffe, ihr hattet einen angenehmen September!